Dienstag, 16. Mai 2017

Aus dem politischen Nichts

Werner Rügemer auf Rubikon:

„America first“ in Europe

Die Kritik an Trumps „America first“ ist heuchlerisch.
Die EU-Oberen prangern den „Nationalismus“ des US-Präsidenten Donald Trump an. Der wolle mit „America first“ die USA abschotten und nur den US-Interessen dienen. Doch Juncker, Merkel, Schäuble und Dijsselbloem und jetzt auch Macron sind nicht nur militärische, sondern auch kapitalistische und geheimdienstliche Komplizen von „America first“ in Europa, Hassobjekt Russland inbegriffen.
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Die populistischen Parteien der ersten (Nachkriegs)Generation im westlichen Kapitalismus haben sich ver-wirtschaftet. Übrig bleiben jetzt die beiden logischen Enden der neoliberalen Kapital-Demokratie: Der Kapitalist oder Banker auf der einen Seite, und auf der anderen Seite der Populist oder die Populistin der zweiten Generation. Der Kapitalist als Präsident - wie der Immobilienmilliardär Trump, die Gasprinzessin Timoschenko und der Schokoladenkönig Poroschenko – treten an mit einem diffusen Programm der optimistischen Erneuerung, alles ganz neu und unschuldig, jenseits von links und rechts, jenseits aller bisherigen Gegensätze.

Die unsichtbaren Finanziers und ihre Stiftungen, die in hochprofessioneller Strategie sofort zehntausende Winkelemente in den jeweils benötigten Farben herbeizaubern, T-Shirts drucken und geräuschlos unters Volk verteilen, die größten Säle mieten, geheimnisvoller Weise die großen Medien mit sich haben – das ist nun schon dutzende Male geübt, und nach der Wahl verkörpert der Oligarch als neuer Präsident den verjüngten alten Zustand.