Montag, 26. Juni 2017

Fake News Giftgas

Günter Meyer auf Rubikon:

Giftgasmassaker war Inszenierung der USA

Die Trump-Show als Reaktion auf das angebliche Giftgasmassaker von Khan Sheikhun am 4. April 2017 ist ein weltweiter Propagandaerfolg der Weißhelme.

87 Menschen sollen am 4. April 2017 bei einem Angriff der syrischen Luftwaffe in Khan Sheikhun, in der von islamistischen Extremisten kontrollierten Provinz Idlib, durch das Nervengas Sarin getötet worden sein. Dieses Giftgasmassaker führte zur jüngsten Wende im syrischen Stellvertreterkrieg. Präsident Trump hatte noch kurz zuvor erklären lassen, für seine Regierung wäre der Kampf gegen IS und die Terroristen des Al-Kaida-Netzwerks das Wichtigste. Assad könne im Amt bleiben bis das syrische Volk durch Wahlen über die Zukunft des Präsidenten entscheide. Unter Verweis auf die entsetzlichen Bilder sterbender Babys befiehlt Trump dann jedoch einen Angriff mit 59 Marschflugkörpern auf die syrische Luftwaffenbasis, von der angeblich der Chemiewaffeneinsatz durchgeführt wurde. Die USA, die übrigen G7-Staaten und alle anderen Gegner des syrischen Regimes sind sich einig: Assad muss weg. Die Beziehungen zwischen Washington und Moskau erreichen einen Tiefpunkt, wie es ihn seit dem Kalten Krieg nicht mehr gegeben hat.

…Die Hintergründe des angeblichen Giftgasangriff und der anschließenden US-Bombardierung der Luftwaffenbasis Shayrat hat jetzt Seymour Hersh veröffentlicht. Der bekannte Enthüllungsjournalist konnte in der Vergangenheit mit Hilfe bester Kontakte in Washington immer wieder Skandale in der US-Führung aufdecken. In seinem jüngsten Beitrag vom 25. Juni weist er im Detail nach, wie weit die offizielle Regierungsdarstellung von den realen Geschehnissen abweicht.

Vor diesem Hintergrund ist es angesichts der Unberechenbarkeit von Donald Trump und seiner Verbreitung von Fake News wichtiger denn je, gerade hinsichtlich der weiteren Entwicklung in Syrien alle Stellungnahmen aus dem Weißen Haus noch kritischer als bisher zu hinterfragen.