Sonntag, 16. Juli 2017

de-cashing

Peter Mühlbauer auf Telepolis:

Visa bietet Gaststätten Geld, wenn sie kein Bargeld mehr nehmen

IWF propagiert "de-cashing" via Privatsektor

Dem Wirtschaftsjournalisten und Blogger Norbert Häring zufolge hat das Kreditkartenunternehmen Visa (das für eine Stellungnahme gegenüber Telepolis nicht erreichbar war) 50 Mal 10.000 Dollar für Gaststätten und Imbisse ausgelobt, die sich verpflichten, von ihren Kunden kein Bargeld mehr zu akzeptieren. Diese Cashless Challenge gilt vorerst ausschließlich in den USA, soll Visa-Manager Jack Forestell nach aber nur eine "Eröffnungssalve" sein.

Beim Visa-Investorentag im letzten Monat soll Visa-CEO Al Kelly verlautbart haben: "Wir konzentrieren uns darauf, Bargeld aus dem Geschäft zu drängen". Der Grund für dieses Vorhaben liegt auf der Hand: bei Bargeldgeschäften können Unternehmen wie Visa nicht zwei bis drei Prozent des Umsatzes für sich selbst abzweigen.

Als größte Sorge bezüglich Bargeldeinschränkungen wurde nicht die Angst vor geldpolitischen Experimenten wie Negativzinsen genannt, sondern die negativen Auswirkungen aus Anonymität und Privatsphäre. Im Kleingedruckten zu ihrem Vorhaben stuft die EU-Kommission diese beiden Bereiche, die von 87 Prozent der Teilnehmer als essentielle Freiheiten angesehen werden, nicht als "grundlegende" Menschenrechte ein. Auch hier zeigt sich eine massive Diskrepanz zwischen Bürger- und Politikerwillen.