Montag, 3. Juli 2017

Geostrategie Syrien

Günter Meyer auf Rubikon:

Entscheidung in Syrien

Ist Syrien auf dem Weg zum Frieden oder zur militärischen Eskalation durch die USA?

Bereits 1920, als die Staatsgrenzen Syriens und seiner Nachbarstaaten gezogen wurden, war die Region ein Spielball der Großmächte. Fast hundert Jahre später liegen große Teile des Landes in Trümmern. Ein gezielt betriebener Wirtschafts- und Stellvertreterkrieg des Westens und anderer Staaten in der Region hat die Bevölkerung ins Elend und bereits 11 Millionen Syrer auf die Flucht getrieben. Gibt es - bei all den mächtigen Interessen, um die es im Hintergrund geht; bei all den verdeckten Operationen und Kriegslügen - überhaupt Hoffnung auf Frieden im Land?

Seymour Hersh, der renommierte Enthüllungsjournalist mit besten Kontakten in Regierungskreisen in Washington und Pulitzerpreisträger, deckte 2007 auf, dass die USA zusammen mit Israel und Saudi Arabien Terroristen zum Kampf gegen das syrische Regime ausbildeten. Auch England wurde 2009 in die Putschvorbereitungen einbezogen, wie der ehemalige französische Außenminister Dumas erklärte.

In einem TV-Interview erklärte der damalige DIA-Chef Michael Flynn sogar, dass die Unterstützung und Expansion des Islamischen Staates auf eine bewusste Entscheidung der amerikanischen Regierung zurückzuführen sei. In einem heimlich aufgezeichneten Gespräch des Außenministers Kerry mit Führern von Milizen der Assad-Gegner wurden diese Angaben bestätigt.

Ausgangspunkt ist hier eine Sicherheitszone mit einem Umkreis von 50 km um den Ort Tanf. Die Standortwahl ist von herausragender strategischer Bedeutung, weil von hier aus nicht nur der nahegelegene Grenzübergang zum Irak und die kürzeste Hauptverkehrsachse zwischen Iran und Südlibanon kontrolliert werden kann, sondern auch der Nachschubweg aus Jordanien gesichert ist.