Sonntag, 3. September 2017

Der ewige Krieg

Klaus-Jürgen Bruder auf Rubikon:

Der Krieg trägt seine Früchte zu uns

Und erstaunt stellen wir fest, dass es Menschen sind.

Wenn bei uns die Straßen zu Prozessionswegen mit falschen Heiligenbildern hergerichtet werden ist Vorwahlzeit. Von den aufgebrezelten Laternenmasten und genagelten Bäumen werden die Vorüberfahrenden mit Versprechungen belästigt, von denen die Abgebildeten bereits wissen, dass sie sie nicht halten werden. Eine Ikone ragt dabei besonders hervor, grau wie ein Bild, das man aus den Trümmern der Nachkriegszeit gezogen hat: Willy Brandt mit dem Spruchband „Frieden“. Als ob man mit dem Vorzeigen einer Reliquie aus vergangenen Zeiten sagen wollte: „Frieden steht nicht zur Wahl“, sehr wohl aber „Flüchtlingsbegrenzung“ – der unschlagbare Renner, anstelle des Gerechtigkeitsversprechens gesetzt. Mit diesem Thema werden wir wohl noch längere Zeit belästigt werden. Denn der Ofen, der die Menschen zur Flucht treibt, ist noch lange nicht kalt. Doch mit diesem – mit Krieg, Hunger, Elend und Verfolgung – behelligt man uns nicht.